Durch das Klimapaket der Bundesregierung bekommt CO2 einen Preis. Energie wird damit teurer. Es entstehen aber auch Chancen: Noch nie war es so attraktiv, Gebäude energetisch zu sanieren.

Milde Winter, heiße Sommer, überwiegend trockene Böden: Für viele Menschen sind das bereits die Anzeichen der Klimaerwärmung. Die deutsche Politik reagiert und hat Ende des vergangenen Jahres das sogenannte Klimapaket geschnürt. Ziel ist, die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) weit unter die EU-Verpflichtung zu senken. Die verlangt, bis 2030 den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Mit dem Klimapaket soll aber nun sogar bis 2050 Treibhausgas-Neutralität erreicht werden. Das ist eine überaus an- spruchsvolle Vorgabe und verlangt teilweise den Umbau ganzer Wirtschaftsbereiche.

 

Ziel des Klimapakets: CO2 bekommt einen Preis

Um das Ziel zu schaffen, will man bei Gebäuden und Verkehr für CO2-Emissionen fossiler Energien einen Preis verlangen. Das neue „Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)“ verpflichtet Unternehmen, die mit Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Kohle, Benzin oder Diesel handeln, ab 2021 für den mit deren Verbrauch einhergehenden CO2-Ausstoß CO2-Zertifikate zu kaufen und dafür einen CO2-Preis pro Tonne zu bezahlen. Die Einnahmen sollen dazu dienen, Klimaschutzmaßnahmen besonders im Gebäudebestand sowie im Verkehrssektor zu fördern. Ein Teil soll aber auch dazu verwendet werden, die EEG-Umlage zu senken und damit den Strompreis zu entlasten. Und zu guter Letzt hat die CO2-Bepreisung eine Lenkungsfunktion: Wenn beispielsweise Benzin immer teurer wird, gibt es einen genügend großen Anreiz, sparsamere Autos oder einen Elektrowagen beim nächsten Kauf in Erwägung zu ziehen. Dasselbe gilt, wer seine alte Ölheizung durch neue Technik ersetzen muss. Dann ist die Umstellung auf Gas in Kombination mit erneuerbaren Energien eine interessante Option. Ursprünglich war ab 2021 ein Einstiegspreis von zehn Euro pro Tonne CO2 vorgesehen. Auf Druck der Länder im Vermittlungsausschuss wurde der aber nun auf 25 Euro/Tonne CO2 erhöht. Bis 2023 steigt er jährlich um fünf Euro, ab 2023 bis 2025 um zehn Euro pro Jahr. Ab 2026 gibt is keinen Festpreis für Emissionsrechte mehr. Der CO2-Preis soll sich dann in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 bewegen, wobei die CO2- Zertifikate zu ersteigern sind. Gleichzeitig wird ihre verfügbare Menge schrittweise reduziert.

 

Und was bedeutet diese CO2-Bepreisung für die Verbraucher?

Genaue Zahlen dazu liegen noch nicht vor. Erste Schätzungen gibt es aber schon:

  • Bei dem Einstiegspreis von 25 Euro pro Tonne CO2 wird erwartet, dass sich der Preis für Benzin und Diesel ab 2021 um etwa 8 Cent pro Liter erhöht.
  • Ein CO2-Preis von 35 Euro ab 2022 wird den Dieselpreis pro Liter um etwa 11 Cent, den von Benzin um knapp 9 Cent verteuern.
  • Nach ersten Berechnungen wird der Preis von Heizöl in der ersten Stufe um etwas mehr als 11 Cent pro Liter steigen. Da der CO2-Ausstoß bei Gas erheblich geringer ist als bei Heizöl, sollen hier die Mehrkosten durch die CO2-Bepreisung bei einem vergleichbaren Wohnhaus niedriger ausfallen. Diese Preisschere zwischen Heizöl und Flüssiggas wird nach Einschätzung des DVFG (Deutscher Verband Flüssiggas e.V.) in den folgenden Jahren immer deutlicher werden.

Wenn man alle 3,08 Millionen Ölheizungen, die leitungsunabhängige Energieträger benötigen, durch Flüssiggas-Technik ersetzte, würden 4 Millionen Tonnen CO2 weniger in die Luft gepustet werden.

Umfangreiche Förderungen dank Klimapaket

Das Klimapaket bringt aber nicht nur Belastungen, sondern auch eine Reihe von Förderungen. Berufspendler erhalten zum Beispiel ab dem 21. Kilometer fünf Cent mehr. Vor allem gibt is ein ganzes Maßnahmenpaket, um die energetische Gebäudesanierung zu beschleunigen. Das neue „Gebäudeenergiegesetz (GEG)“ bietet dazu Fördermaßnahmen und verbesserte steuerliche Abschreibungen. So hofft man, den CO2-Ausstoß von Wohngebäuden bis 2030 gegenüber 2014 um 40 Prozent zu senken und bis 2050 sogar Klimaneutralität zu erreichen. Gedacht sind die Regelungen als Alternative zu den Förderpaketen der KfW-Förderbank für den Einbau neuer Fenster und die Gebäudedämmung mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen. Seit dem 1. Januar 2020 kann zudem für eine alte Ölheizung eine Austauschprämie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Wie hoch der Investitionszuschuss ausfällt, hängt davon ab, was an die Stelle der Ölheizung treten soll: Für den Einbau einer Gas-Hybridheizung mit der Einbindung eins Anteils von mindestens 25 Prozent erneuerbarer Energie wie Solarthermie, beträgt der Investitionszuschuss 40 Prozent der Investitionssumme. Das im Rahmen des Klimapakets wiederum komplett überarbeitete Marktanreizprogramm „Wärme aus erneuerbaren Energien“ sieht Investitionszuschüsse vor, wenn keine Ölheizung ausgetauscht wird. Wer einen Gasbrennwertkessel mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 Prozent, beispielsweise Solarthermie, zu einer Gas-Hybridheizung koppelt, erhält einen Investitionszuschuss von 30 Prozent. Seit dem 24. Januar 2020 hat die KfW zudem die Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren erheblich verbessert. Für Komplettsanierungen auf Effizienzhausniveau zahlt sie beispielsweise auf Antrag bis zu 40 Prozent Investitionszuschuss. Welche der Förderangebote am lohnenswertesten sind, muss je nach individuellem Steuersatz im Einzelfall geprüft werden. Doch eines steht fest: Es war noch nine so attraktiv, energetische Gebäudesanierungen in Angriff zu nehmen. Und wer dabei auf den Energieträger Flüssiggas setzt, kann sicher sein, dass dieser in den kommenden 20 Jahren eine der Brückentechnologien für die Energieversorgung Deutschlands sein wird.

Hier finden Sie alle Infos über Förderprogramme zum energetischen Sanieren.

Werden Sie die Fördermöglichkeiten nutzen, die das Klimapaket bietet? Schreiben Sie uns gerne über die Kommentarfunktion.

 

Schöne Grüße

Stefahn Hübner

Stefan Hübner

Geschäftsführer

 

Foto: iStock

Flüssiggas-Brennstoffzelle für die Zukunft